Unsere Webseite nutzt sogenannte "Cookies" um Ihnen einen bestmöglichen Service zu bieten.

...

Sie beschränkt sich nicht auf die Traumaexposition im therapeutischen Rahmen. Gerald Hüther (2002) hält z.B. die Veränderung der als Folge der Traumatisierung entstandenen Haltung (Verlust von Vertrauen in und Ablehnung von Sicherheit-bietenden Beziehungen, Abwertung von erworbenen Kompetenzen und von Sinn-bietenden Orientierungen) als vielleicht wichtigstes Ziel von Traumabearbeitung. Im Paradigma der Resilienzforschung z.B. stehen die Möglichkeiten gelingender Auseinandersetzung.

Heilende Kräfte in der Persönlichkeit des Kindes oder der sozialen Umwelt werden gesucht und genutzt, um den Risiken langfristiger Schädigung bereits im Kindesalter etwas Positives entgegensetzen zu können (Fooken, Zinneker 2007). Aaron Antonovsky untersuchte, was es Menschen ermöglicht in schwerem Leid und unter großem Stress eher gesund zu bleiben als andere. Dabei fand er „eine gewisse Art in der Welt zu stehen“, und nannte diese Art „Sense of Coherence (SOC), das Kohärenzgefühl. Dies besteht aus drei Faktoren:

1.     Das Gefühl der Verstehbarkeit (comprehensibility):   Umfassendes Begriffsvermögen, die kognitive Komponente

2.     Das Gefühl - das Gefühl der Handhabbarkeit (manageability):   Das Gefühl, die Situation aktiv bewältigen zu können, dies ist die Verhaltenskomponente

3.     Das Gefühl der Sinnhaftigkeit (meaningfulness):   D.h. die Situation, in der wir leben hat einen Sinn, wir haben Werte, die emotionale Komponente

Letztendlich verfügen wir über immer mehr Wissen über die Auswirkungen traumatischer Lebensumstände auf die Neurobiologie des Menschen. Diese betreffen sowohl die Entwicklung des Gehirnes als auch die Einwirkungen der Stresssituationen auf den Stoffwechsel etc. Auch dieses Wissen wird immer mehr Bestandteil der Diskussion um Traumabearbeitung werden.

 

Wir2 schlagen folgende Definition von Traumabearbeitung vor: 

  • Die Veränderungen von dysfunktionalen Einstellungen und Überzeugungen
  • Die Möglichkeit, das Geschehene in die eigene Lebensgeschichte einzuordnen
  • Im Leben, im „Jetzt“ einen Sinn zu finden
  • Körpergewahrsein und Körperfürsorge zu entwickeln
  • Die Selbstregulation von traumatischen Erinnerungsebenen
  • Vertrauen in Beziehungen fassen

1   Lesenswert hierzu: Medico International: Die Gewalt überleben. Psychosoziale Arbeit im Kontext von Krieg, Diktatur und Armut. Frankfurt am Main 2001

2   Wilma Weiß und Thomas Lutz